ostergrün.

hol dir trost.
April 8, 2017
wir feiern: 1 jahr stullen&segen.
Mai 11, 2017

‚Cause now again I found myself so far down
Away from the sun that shines into the darkest place
I’m so far down away from the sun again
Away from the sun again

[3 Doors Down]

Am ersten Tag der neuen Woche – am Sonntag – frühmorgens, 
als es noch dunkel war, ging Maria aus Magdala zum Grab. Sie sah, dass der Stein, mit dem man das Grab verschlossen hatte, 
nicht mehr vor dem Eingang war. Da lief sie los und kam zu Simon Petrus und zu dem Jünger, 
den Jesus besonders lieb gehabt hatte. Und sagte zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen 
und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben.“ […]
Die beiden liefen zusammen los und kamen 
– einer schneller als der andere – zum Grab.
 Nacheinander schauten hinein und konnten beide 
nur noch die Tücher entdecken, die dort lagen. Die beiden Jünger gingen wieder zu sich. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte.

[aus dem Evangelium nach Johannes, aus Kapitel 20]

Ostern beginnt am frühen Morgen. 
Wenn es draußen noch ein wenig nach Nacht aussieht.
Und es um uns herum und in uns drin noch ein wenig Nacht ist.
Genau dort macht sich Ostern auf den Weg. 
Und beginnt zu allererst mit einem großen Fehlen.

Und ein paar leisen Tränen.

Bei Gott
Es fehlt ein Stück – haltet die Welt an
Es fehlt ein Stück – sie soll steh’n
Und die Welt dreht sich weiter
Und dass sie sich weiter dreht
Ist für mich nicht zu begreifen
Merkt sie nicht dass einer fehlt

[Glashaus]

Und während sie weinte, beugte sie sich vor, 
um ins Grab hineinzuschauen. 
Da sah sie zwei Engel in weißen Kleidern dasitzen, 
einer am Kopf und einer an den Füßen, 
wo der Körper Jesu gelegen hatte. Sie fragten: „Frau, warum weinst du?“ „Sie haben meinen Herrn weggenommen, 
und ich weiß nicht, wohin sie ihn gebracht haben.“
[aus dem Evangelium nach Johannes, aus Kapitel 20]

Ostern beginnt ohne Antworten.
Sondern fragt zu allererst nach. Gibt dem Raum, was gerade da, was in mir ist – gibt mir Raum.

Auf einmal stand Jesus hinter ihr. 
Sie drehte sich nach ihm um und sah ihn, erkannte ihn aber nicht.
„Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“, fragte er sie.
Maria dachte, dass er der Gärtner wäre, und sagte zu ihm:
 „Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir bitte, 
wo du ihn hingelegt hast, dann hole ich ihn wieder.

[aus dem Evangelium nach Johannes, aus Kapitel 20]

Ostern beginnt mit einem Gärtner.
Fälschlicherweise sagt man oft. Weil Maria sich verguckt, weil ihre Tränen ihr die klare Sicht nehmen.
Weil sie so sehr mit der Suche beschäftigt ist. Nach Jesus. Ihn verloren hat. Vielleicht auch ihren Glauben.
Ostern beginnt mit dem Nicht-Sehen und Nicht-Verstehen.

Gott, wer weiß, warum Du Dich verborgen hältst?
Dich noch nicht mal unseren Fragen stellst?
Wo bist Du, wo um alles in der Welt?
Siehst Du nicht, wie so viel hier ins Bodenlose fällt?

Ich kann Dich nicht hören,
ich kann Dich nicht sehen
ich kann Dich nicht spüren
und nicht mehr verstehen.

Gott, wer weiß, warum Du Dich nicht zeigst?
Du trotz unseres Schreiens weiter schweigst?
Wir halten uns an das, was Du verheißt:
Dass Du um jede Einzelne unserer Tränen weißt.

[Jelena Herder]

„Maria!“, sagte Jesus.
Da drehte sie sich zu ihm um und rief: „Meister!“

[aus dem Evangelium nach Johannes, aus Kapitel 20]

Ostern beginnt mit einem Gärtner.
Und einer Frau, die in diesem Gärtner Jesus entdeckt – oder einen Gärtner in Jesus.
Der den Paradiesgarten als Ort des Zusammenseins mit dem Menschen nicht aufgegeben hat.
Sondern festhält an diesem Ort 
des gelingenden Lebens, der gelungenen Beziehung.
Der dafür einsteht. Sich mitten ins Leben stellt.
An die Stellen, wo der Zweifel, die Sorge, die Suche am größten ist.
Der Garten ist und bleibt ein Ort voller Grün, voller grüner Hoffnung.
Der Garten ist und bleibt ein Ort voller Grün, voller Leben.

Der Garten ist Ort des Anfang und ein Ort für Neuanfänge.

Darum feiern wir Ostern mit Ostergrün – dem neuen Licht entgegen.
Mit unseren Fragen und Tränen, unserer Suche und unserer Hoffnung auf eine Begegnung mit dem Meister,
mit dem, der uns hilft das Leben zu meistern.
Und der uns oft dort überrascht, wo oder wie wir ihn nicht erwartet hätten. Oder sie.

Der Herr ist auferstanden.
Die Geistraft macht lebending.
Gott gärtnert mit und für uns.
Frohe Ostern.

[aus #morgenglanz]

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