Welcome im Cockpit: Hanna Jacobs

#freiklang: war das schön…
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raumschiff ahoi.
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Die Crew des raumschiff freut sich riesig ab dem 1. September 2018 Hanna Jacobs als neue Leitung im Cockpit des raumschiffs begrüßen zu können. Die junge Pfarrerin kommt für diese spannende Aufgabe aus Hannover in’s Ruhrgebiet und wird im Rahmen ihres so genannten „Probedienstes“ in der Evangelischen Kirche im Rheinland als Gast für 2 Jahre das raumschiff.ruhr Richtung Zukunft lotsen. Natürlich gemeinsam mit den #visionauten, die schon seit September 2017 die bisherige Leitung Rebecca kräftig unterstützen. Zudem wird für Hanna gerade ein Teamkollege oder eine Teamkollegin gesucht. So hat das raumschiff.ruhr aktuell eine attraktive Stelle ausgeschrieben und hofft, dass nach dem Abschied von Rebecca im Juli und einer Sommerpause, ab September das raumschiff mit voller Power und hauptamtlichem Team Richtung Zukunft fliegen kann.

Es scheint alles noch beinahe ein bisschen unwirklich, nach den letzten Wochen und Monaten voller Fragezeichen, Sorgen und ungeklärten Herausforderungen, dass sich plötzlich eine so wunderbare Zukunft für das raumschiff auftut. Da wurde ordentlich gewirbelt, haben verschiedenste kirchliche Verantwortungstragende, Querdenkerinnen und göttlicher Geist ganz großartig zusammengewirkt. Es fühlt sich nach Wunder an & tut uns im raumschiff gerade richtig gut. Ein kräftiges DANKE an alle, die uns auf diesem holprigen Weg begleitet, angefeuert, umbetet und motiviert haben. Wir freuen uns, wenn ihr uns jetzt noch bei der Suche nach einer Person für die ausgeschriebene Stelle unterstützt.

Und für alle, die wissen wollen, wer diese wunderbare Hanna Jacobs eigentlich ist, gibt’s hier eine erste Chance sie ein wenig kennenzulernen, denn wir haben ihr einfach mal ein paar Fragen gestellt:

raumschiff: Hanna, wenn du gebeten wirst zu beschreiben, wer du bist, was ist deine Lieblingsbeschreibung von dir selbst?

Hanna: Die nüchterne Antwort wäre: Ich bin eine 30-Jährige fast-Pfarrerin aus Norddeutschland, die nun in Essen (der Heimat meiner Oma Elisabeth) eine Wohnung sucht. Eine lieblingshaftere Antwort ist: In meinem Auto habe ich (noch ganz altmodisch) eine CD, auf der ist ein Lied von Iggy Pop drauf. Da singe ich oft laut mit, wenn es heißt „I am a passenger and I ride and I ride…“, weil ich mich darin wiedererkenne – Reisende sein. Viele Menschen, Orte und Erlebnisse sind ein Teil dieser Lebensreise geworden und haben mich geprägt. Nach zwei Jahren Vikariat (= praktischer Teil der Ausbildung zur Pfarrerin) auf einem kleinen Dorf geht die Reise jetzt ins Ruhrgebiet. Und dann bin ich auch ganz praktisch Reisende, weil ich gerne neue Länder und Landschaften erkunde. Bei allem, was ich tue, bin ich von Gott geliebt, wunderbar gemacht und gleichzeitig auch echt fehlerhaft. Das merke ich jeden Tag.

raumschiff: Du bist Pfarrerin, hast dich dafür durch eine lange Ausbildung gekämpft und gerade den letzten Berg Prüfungen hinter dich gebracht. Wie kommt es, dass du dich für diesen Beruf entschieden hast, was bedeutet er dir?

Hanna: Ursprünglich wollte ich etwas mit Entwicklungshilfe machen und habe dementsprechend auch erst was anderes studiert. Aber dann haben mich viele Fragen nicht losgelassen. Ganz besonders hat mich damals beschäftigt, dass es in der Kirche keinen Platz mehr für mich gab, seit ich aus der Jugendarbeit rausgewachsen war. Die Gottesdienste, die ich erlebte, waren oft früh, steif und weder die Sprache, noch die Themen hatten etwas mit meinem Leben zu tun. Und irgendwann hatte ich den Eindruck, dass es vielleicht meine Aufgabe ist, der evangelischen Kirche ein ganz klein wenig dabei zu helfen sich zu entwickeln. Jedenfalls habe ich mich da entschieden, Theologie zu studieren und Pfarrerin zu werden. Es klingt kitschig, ist aber mein Traumberuf.

raumschiff: Was bringt das Wort Kirche für dich zum Klingen? Welche Erinnerungen, welche Erfahrungen, welche Hoffnungen und Träume?

Hanna: Mehr noch als an repräsentative Kirchgebäude, alte Lieder oder Traditionen, denke ich bei Kirche an die Menschen, die ich bisher getroffen habe. Jeder hat seine ganz eigene Glaubensgeschichte und die Kirche ist für mich der Ort, wo wir diese starken, wunderbaren, manchmal auch schmerzhaften Glaubensgeschichten miteinander teilen. Mein Wunsch ist es, dass es uns gelingt, Räume zu schaffen, in denen gemeinsam gehofft, geträumt und geglaubt werden kann – ohne dass man sich dafür verbiegen muss. Come as you are. Der Rest hängt von der Heiligen Geistkraft ab, die Menschen kreativ, mutig und frei macht. Ich bin da ganz zuversichtlich.

raumschiff: Mit welcher Erwartung und welcher Motivation kommst du nach Essen in’s raumschiff?

Hanna: Im November 2017 durfte ich das raumschiff schon einmal eine Woche lange kennenlernen und hatte Gelegenheit mitzufeiern, mitzuessen und mitzuerleben, wie Schönheit, Spiritualität und Gemeinschaft hier gelebt werden. Das hatte mich sehr berührt. Ich habe mich gleich so zuhause gefühlt, dass ich am liebsten noch länger geblieben wäre. Dann habe ich u.a. über das raumschiff meine Examensarbeit geschrieben, es hat mich also noch eine Weile beschäftigt. Dass ich jetzt sogar vor Ort einsteigen und mitfliegen darf, damit habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich sehr auf die Begegnungen mit Visionauten, raumschiff crew und Gelegenheitspassagieren. Und ich freue mich darauf mit ihnen zusammen einen guten Kurs zu finden und zu überlegen, welche Raumstationen wir anfliegen könnten, um neue Leute mit auf die Reise zu nehmen. Es ist für mich ein absoluter Hauptgewinn, dass ich als erste Pfarrstelle zusammen mit Menschen in meinem Alter (!) solch eine alternative Form von Kirche mitgestalten kann.

raumschiff: Was liebst du?

Hanna: Ich liebe den Geruch von Kardamom und Muskatnuss in Kartoffelsuppe. Den Tag langsam angehen und lange aufbleiben. Ich liebe es, wenn viele Menschen um einen Tisch sitzen, auf dem große Töpfe stehen. Gerechtigkeit. Worte zu finden. Kino (sitzen bleiben bis der Abspann vorbei ist). Wände streichen. Instagram & Twitter. Die besten Geschwister der Welt. Ich liebe Gott und das Staunen darüber, was er/sie mit meinem Leben macht. Überraschungsbesuch, Musik, Entspannungsbacken. Ich liebe die Farbe Gelb und Kräutertee.

raumschiff: Liebe Hanna, DANKE für dein Teilen – Einblicke in dein Denken und Leben. Wir freuen uns wirklich auf dich & all das, was du mit dir selbst mit ins Ruhrgebiet und ins raumschiff bringst. Herzlich Willkommen.

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